wellenklænge 2026 // Empathie & Widerstand
Termine:
10.07.2026 bis 25.07.2026
Wir leben in einer Zeit, in der Freude und Verzweiflung ineinander verschwimmen. Wo ein Kind geboren wird, während anderswo Tausende sterben, wo Hoffnung wächst, während Gerechtigkeit fehlt. Diese Gleichzeitigkeit ist ein Geräusch, das man kaum zu überhören vermag. Es schreit zu uns, flüstert und fleht. Wie wir das ertragen, wie wir trotzdem aufnahme- und handlungsfähig bleiben, wann wir hinhören und wie wir widerständig und wehrhaft sein können, damit wollen wir uns während der kommenden Festivalperiode beschäftigen. Ambiguitätstoleranz ist nichts Kaltes, Rationales – sie ist die Fähigkeit, die Welt nicht erst sortieren zu müssen, um sie spüren zu können. Sie eröffnet Räume, in denen Konflikte ausverhandelt werden können. Wir können nur dann lebendig sein, wenn wir in Resonanz treten – wenn die Welt uns berührt und wir uns berühren lassen. Doch diese Resonanz entsteht nicht nur im Glatten, sondern auch im Rauen. Sie entsteht dort, wo wir das Unaushaltbare nicht wegschieben, sondern zulassen. Wer die Welt auf diese Weise wahrnimmt, wird Momente erleben, in denen Empathie alleine nicht mehr ausreicht und wir gezwungen sind, in Aktion zu treten. Die Geschichte erzählt von solchen Momenten: vom Civil Rights Movement, vom Widerstand gegen den Nationalsozialismus und von Protesten auf den Straßen von Minneapolis. In solidarischen Räumen, migrantischen Selbstorganisationen, queer-feministischen Safe(r) Spaces, Nachbarschaftsküchen und Kulturkollektiven entstehen Bewegungen, die Widerstand durch gelebte Praxis Realität werden lassen. Gerade in Zeiten, in denen viele Kulturinitiativen mit existenzbedrohenden finanziellen Kürzungen konfrontiert sind, möchten die wellenklænge ein solidarischer Raum sein: ein Ort, an dem Empathie zur politischen Kraft wird und sich Widerstand künstlerisch äußern darf. Ein Resonanzraum, in dem wir üben, die Widersprüchlichkeit unserer Zeit auszuhalten und nicht zu verstummen. Wir singen, also sind wir.